Tod, Sterben und Erleuchtung
Die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit hilft uns, auch das Leben besser zu verstehen
Datum
11.04.2008 von 00h00 bis 00h00
Zentrum: Wien
Lehrer/in: Acharya Emerita Judy Lief
Koordinatorin: Ortrun Köhler
„Tod, Sterben und Erleuchtung" geleitet von Acharya Judy Lief Öffentlicher Vortrag: Freitag, 11. April, 19.30 Uhr Seminar : 12. und 13. April ganztägig Die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit hilft uns, auch das Leben besser zu verstehen: beim Meditieren sehen wir, wie unsere Gefühle kommen und gehen. Die erstarrte Vorstellung von einem eigenen "Ich" löst sich auf und lässt offenen Raum zu. Nun entspannen wir uns. Wir entdecken die unbegrenzte Qualität unseres Bewusstseins und können mehr für andere da sein. So wird es möglich, andere am Lebensende und in kritischen Situationen gut zu begleiten. Es sind keine Vorkenntnisse notwendig. Acharya Judy Lief ist seit vielen Jahren Schülerin von Chögyam Trungpa Rinpoche und Sakyong Mipham Rinpoche. Sie beschäftigt sich schon lange mit dem Thema Tod und Sterben und schrieb auch ein Buch darüber: "Making Friends with Death: A Buddhist Guide to Encountering Mortality" (Shambhala Publications März 2001).
Judy Lief unterrichtet seit 1976 eine kontemplative Annäherung an das Thema Tod und Sterben. Sie arbeitete mit Florence Wald, der Gründerin der Hospizbewegung in Amerika, zusammen, um die Rolle der Spiritualität bei der Betreuung von Kranken und Sterbenden zu untersuchen. Sie war eine der Hauptrednerinnen bei der 10. Internationalen Palliativen Konferenz 1994 in Montreal. 2000 bis 2001 war Judy Lief seelsorgerische Betreuerin im Maitri Day Health Center (für Menschen mit Aids) in Yonkers, NY. Das Seminar besteht aus Vorträgen, Meditationspraxis, kontemplativen Übungen und Diskussionsgruppen. Es sind keine Vorkenntnisse notwendig. Info & Anmeldung: Ortrun Köhler (0699 192 50 992, ortrun_k@gmx.at ) Kosten: 140 Euro (Mitglieder 120 Euro, Ermäßigung auf Anfrage) Nur Vortrag am Freitag: 10 Euro (Kontonr: 3103 2201 056, BLZ: 20111, Erste Bank) Pema Chödrön (aus einem Interview): Brauchen wir Leiden überhaupt? Ich denke, der Grund warum mich diese Belehrungen zu mitnehmen ist, dass sie davon ausgehen, Leiden als gute Medizin zu nutzen, so wie die buddhistische Metapher, Gift als Medizin zu verwenden. Es schaut so aus als würden Moments des Leidens in jeden menschlichen Leben immer wiederkehren. Normalerweise verhärten wir uns in diesen Momenten, wir verhärten unser Herz weil wir keinen Schmerz fühlen wollen. In den Lojong-Lehren heißt es, dass wir genau diesen Moment hernehmen können und umdrehen. Genau das, was unsere Verhärtung verursacht und unser Leiden intensiviert, kann uns weicher machen, und zu bescheideneren und freundlicheren Menschen machen. Dies bracht viel Mut. Diese Lehren sind für Leute, die ihren Mut kultivieren wollen. Das wunderbare dabei ist, dass wir viel Arbeitsmaterial haben. Wenn wir nur auf die Höhepunkte warten, um damit zu arbeiten, dass könnten wir aufgeben. Doch Leiden passiert in einer endlosen Abfolge. Eine der Hauptbelehrungen des Buddha war die Wahrheit von „dukha", das traditionell mit Leiden übersetzt wird. Doch eine bessere Übersetzung könnte „Unzufriedenheit" sein. Unzufriedenheit ist den Menschen angeboren, es handelt sich nicht um einen Fehler, den Du oder ich als Individuen haben. Wir können daher lernen, diesen Moment einzufangen und darin zu entspannen. Unzufriedenheit braucht nicht zu eskalieren. Vielmehr wird es zum Samen von Mitgefühl, zum Samen von liebender Güte.
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